Über mich

Manche meiner Kollegen munkeln, ich sei der erste Mitarbeiter, für den eine Ablösesumme in der Leiterplattenbranche bezahlt wurde. Andere behaupten steif und fest, man hätte mich mit dem Schrauber in der Hand plötzlich unter der Ätzmaschine hervorgezogen. Mit beidem kann ich leben, da diese Gerüchte nur beweisen, dass ich ein waschechter Leiterplattenprofi bin.

Geboren wurde ich vor 48 Jahren in einem Dorf am linken Niederrhein – einem platten Landstrich im tiefen Westen, in dem die gedruckte Schaltung übrigens auch erfunden wurde (Der Landschaft zu Ehren heißt sie ja auch deswegen Leiter“platte“…). Schon in meiner Kindheit tackerte ich mit Papas Handbohrmaschine Löcher in Pertinaxplatten und tunkte diese so begeistert in EisenIIIChlorid, dass die Räuchertönung in meinem Kinderzimmer nur den Schluss zuließ, ich würde schon seit meinem zweiten Lebensjahr Kette rauchen.

So wollte ich als junger Mann denn nichts anderes werden als Leiterplattentechniker. Doch die dafür vorgesehene Fachschule gab bald den Löffel ab. Heimatlos zog ich durch die europäischen Leiterplatten-Lande, sah viel Glanz und noch mehr Elend: Viele gingen pleite oder hissten gleich die Fahne, indem sie nur noch Platinen aus den Weiten Karpartistans feil boten. Sogar in China war ich und was ich dort sah, ist eine andere Geschichte…

Schon wie beim alten Paolo Coelho führte die lange Reise mich am Ende wieder in die Heimat – dort wo die Standhaften erfolgreich an ihren pfiffigen Ideen werkeln: Bei MicroCirtec im linksrheinischen Krefeld fühle ich mich bei den dortigen PCB-Werkern wieder richtig wohl. Ob beim gemeinsamen Elektrolyt-Abschmecken mit den Galvanikern oder beim Austesten des ausrangierten UV-Lötstoppbelichters als Sonnenbank – meine Expertise wird allseits geschätzt.

Zu später Stunde, wenn die Nachtschicht schon vor sich hinwerkelt, sitze ich mit dem Leiter der Arbeitsvorbereitung noch bei einem Bier zusammen und wir diskutieren Metaphysisches über die Leiterplatte wie: „Warum sollen Leiterbahnen ewig leben“ (Antwort: „Sonst hätten sie ja einen Schluss“) oder warum die Faszination des Herstellens von Leiterplatten uns nie los lassen wird…

Ich würde mich freuen, Sie an meiner wunderbaren Leiterplattenwelt teilhaben zu lassen…