Pressemeinungen

Einkauf in Europa - oder ist China wirklich billiger?

Bei der Frage, ob Leiterplatten in Europa oder in China gekauft werden sollen, wird oft nur ein Preisvergleich angestellt. Die nicht unerheblichen Mehrkosten, die der Kauf in China verursacht, werden dabei vergessen. Diese werden hier an einem typischen Beispiel aufgezeigt und vorgerechnet. Langjährige Erfahrungen zeigen, dass der Einkauf in China durchschnittlich nicht mehr als 5 bis 10 % Ersparnis bringt. Diese wiegt aber nicht in allen Fällen die damit verbundenen Nachteile auf.

Einkauf in Europa | PDF

Preisveränderung in China

Die Vorprodukte*, Metalle. Gestiegene Rohstoffkosten setzen die Elektronikbranche weltweit unter Druck. Von Jahresanfang bis Ende Mai stiegen die Weltmarktpreise für Metalle (Ag, Al, Au, Cu, Ni, Sn) stark an. Zwar fielen die Notierungen bis Anfang August wieder, sind aber immer noch erheblich höher als zu Jahresbeginn. Stellvertretend für alle Metalle sei hier Kupfer genannt. Der Kupferpreis stieg von...

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Makroökonomisch vollkommen idiotisch

Auszug aus "Markt&Technik" Nr. 23 vom 03.06.2005 zum Thema "Standort Deutschland II"

Trotz schlechter Rahmenbedingungen - dass sich Leiterplatten auch am Standort Deutschland wett- bewerbsfähig produzieren lassen, davon ist Andreas Brüggen, Geschäftsführer von Precoplat, überzeugt.

Die Frage, ob man in Deutschland noch wettbewerbsfähig produzieren kann, ist eindeutig mit »ja« zu beantworten. Die Grundvoraussetzungen sind zwar meiner Meinung nach schlechter als je zuvor, doch die schlechten Bedingungen begreifen wir als einen Appell an die Kreativität und Schaffenskraft der Unternehmer.

Das Problem ist, dass dieser Appell ungehört verhallt, weil es immer weniger verantwortungsvolle Unternehmer gibt; die Zukunft vieler Mittelständler liegt vielmehr in den Händen von angestellten Managern, die Produktionen und ganze Fertigungen verlagern, um die Bilanzen ihrer innovationslahmen Unternehmen durch den Lohnunterschied der Hochpreis- und Niedriglohnländern kurzfristig zu verschönern.

Anstatt sich Gedanken über die Schaffung eines vom Markt akzeptablen Mehrwertes zu machen, hecheln sie dem billigsten Arbeitskräftelieferant hinterher. Makroökonomisch ist das vollkommen idiotisch, da man diejenigen entlässt, die auch die billigeren Produkte nicht kaufen werden. Das Resultat und gleichzeitig der größte Standortnachteil ist die zurückhaltende bzw. sinkende Kaufkraft in Deutschland.
Die Probleme in diesem Land sind nicht Steuerbelastung und die Bürokratie, sondern die Denkweise, die dahinter steht: Der Staat begreift sich nicht als der Diener des Volkes und Wächter über Spielregeln, die dem mündigen Bürger ein Optimum für freies und selbst bestimmendes Handeln geben. Der Staat hat sich vielmehr zu einem, in allen Lebensbereichen agierendes Monstrum entwickelt, das unablässig Gesetze und Verordnungen produziert.

Mit einer Attitude in bester Tradition des Obrigkeitsstaates muss alles geordnet, genormt und geregelt werden. Dem Bürger wird nicht mehr zugetraut, dass er selbst erkennt, wann er einen Rasen betreten darf und wann nicht. Wir leben sozusagen in einer Verordnungsdiktatur, die aber der Komplexität der sich rasend verändernden, globalisierten Umwelt nicht mehr gerecht wird. Sich von dieser geistigen Planwirtschaft zu lösen, das wäre der notwendige, vieles verbessernde Paradigmenwechsel. Übrigens unterliegen auch deutsche Großunternehmen diesem Übel: Wer einen Automobilhersteller zuliefern möchte, darf erst mal das Personal seiner Qualitätssicherungsabteilung vervierfachen und eine eigene Rechtsabteilung unterhalten, um der Firmenbürokratie seines Kunden nicht von vorneherein unterlegen zu sein.

Auf der anderen Seite gibt es viele Vorteile in diesem Land: die logistischen Möglichkeiten sind einzigartig und noch immer gibt es hier industrielle Cluster, die gute Beschaffungs- und auch gute Absatzmärkte darstellen. Solange es diese Märkte gibt, lohnt es sich, weiter an der Schaffung eines Mehrwertes seiner Produkte zu arbeiten, als einfallslos nur Kosten über das Personal zu sparen.
Dank eines Bündels von innovativen Logistik- und Sonderleistungen konnten und können wir als mittelständisches Familienunternehmen mit 80 Mitarbeitern auch weiterhin im harten und von asiatischen Billigproduzenten heiß umworbenen Markt konventioneller Leiterplatten erfolgreich bestehen:

In einem ersten Schritt entwickelten wir unser so genanntes Rapid-Mass-Production Konzept (RMP), das darauf ausgerichtet ist, mit Hilfe einer ausgeklügelten Fertigungslogistik auch Großserien im Expressdienst herzustellen. So erschloss sich uns plötzlich ein Kundenkreis, der schon auf dem Weg nach Asien war, aber dennoch eine schlagkräftige Kapazitätsreserve für großvolumige Nachfragespitzen oder Dispositionsengpässe brauchte. Serienlose bis zu 1500 Eurokarten und mehr produzieren wir nun auf Wunsch in 3 Arbeitstagen und kürzer. Doch anstatt uns diese Leistungen - wie in der Prototypenbranche üblich - teuer zu bezahlen, bleiben die Aufschläge moderat.

Zudem haben wir in die Schnittstelle von Kunde und Lieferant investiert, indem wir eine Internet-Bestellplatform entwickelten, die dem Kunden nicht nur die Kalkulation und Bestellung, sondern ein komplettes Online-Management seines Leiterplattenbedarfs ermöglicht. Durch die Nutzung des Internets taten sich auch neue Wege in der Automatisierung und Flexibilisierung von Arbeitsvorbereitung und Produktionsplanung auf. Die Geschwindigkeit der Prototypenfertigung lässt sich nun mit der Preisgünstigkeit und Qualität eines industriellen Herstellers kombinieren, was früher ein Widerspruch war.

Jetzt sind wir plötzlich attraktiv für Ingenieurbüros und Entwickler, für die wir früher zu teuer und langsam waren. Der Vorteil: Entwickelt sich ein Kleinprojekt zu einer erfolgreichen Serie, so muss kein neuer Serienlieferant gesucht werden. Auch wenn die Umsätze mit diesen Kunden zunächst klein sind, das Kundenportfolio ist breiter aufgestellt und die Loyalität der Kunden ist im Vergleich zu den früheren Großkunden wesentlich größer.

Wir sind seit 27 Jahren in der Leiterplattenbranche aktiv. Wir produzieren nur am Standort Deutschland und hegen auch keine Absicht unsere Fertigung irgendwo anders hinzuverlagern!